Das erste mal war ich 2008 in Japan. Als Tourist - und durch den damals sehr guten Wechselkurs - war es mir und meinen beiden Mitreisenden möglich, einen JR Railpass für zwei Wochen zu erwerben. Einen Gutschein für den Pass hatten wir in Deutschland gekauft und erhielten dafür am Narita Flughafen in Japan einen Pass, mit dem wir (fast) jeden Zug der Japan Railways ohne weitere kosten benutzen konnten. Selbst die Schnellzüge Shinkansen sind (fast) komplett inbegriffen und Platzreservierungen waren ebenfalls gratis! Mit dem JR Pass ging es dann einmal quer durchs Land und wieder zurück.
Momentan bin ich allerdings mit einem Studentenvisum in Japan und kann somit den JR Pass nicht nützen. Allerdings gibt es gute Alternativen zu den teuren Zügen der JR. Anders als in Deutschland gibt es ein ganzes Netz an regelmäßigen Fernstreckenbussen, die man zum Teil zu richtig günstigen Preisen nutzen kann. Und so war ich vor allen in meinem ersten halben Jahr in Japan häufig auf der Strecke Tokyo-Osaka unterwegs. Meist ging es Freitag Abend nach dem Unterricht per Nachtbus nach Osaka und Sonntag Nacht wieder zurück, direkt in die Universität.
Mein japanischer Freundeskreis war mehrfach fast "entsetzt", dass ich mir die Fahrten in den engen Bussen zumute, aber meine Lieblingsbusse waren weder zu eng noch entsetzlich unbequem - und Zeitlich sind die Nachtbusse für Wochenendreisen einfach am idealsten. Irgendwie konnte ich im Gegensatz zu vielen anderen auch immer gut schlafen ... so gut, dass ich einmal meinen Ausstiegsort sogar verpasst habe. Nur mit Handgepäck war ich in einem Bus unterwegs, dessen Fahrgäste zu sicherlich 90% zu den Universal Studios in Osaka wollten. Mein Ziel war allerdings die etwas frühere "Osaka Station", die ich glatt verpasst habe. Der Busfahrer hat es vergessen mich zu wecken und so stand ich plötzlich um 7 Uhr Morgens vor den Universal Studios. Immerhin sind diese Stadtnah und ich war mit dem Zug innerhalb von 10 Minuten zurück an meinem verpassten Ziel. Da hatte ich einfach zu gut geschlafen...
Monate später ging es mit meiner Schwester erneut nach Osaka und wieder bin ich gut in Träumen versunken, bis mich dieses mal allerdings der Fahrer erfolgreich geweckt hat. Anhand des abgegebenen Koffers im Gepäckraum waren wir dann doch nicht zu vergessen. Glück gehabt!
Es gibt sie aber auch, die unbequemen und viel zu engen Busse mit denen man nicht sehr gerne fährt. Meine letzte Busfahrt habe ich erst sehr spontan gebucht und durch einen Feiertag gab es nur noch Plätze in einem "Standart" Bus. Die Japanerin vor mir war schon am schlafen und hatte ihren Sitz so weit nach hinten geklappt, dass ich es fast nicht geschafft habe mich zu setzen. Eng, eng, mehr als eng. Aber schlafen geht dann irgendwie (schmerzhaft) doch. Etwas bessere und bequemere Busse bleiben dann aber doch meine Favoriten und mit dem "Japan Bus Pass" von Willer Express sind selbst diese wirklich preiswert.
Auch in Deutschland steigert sich das Angebot von Fernbussen endlich und wenn es bald auch noch mehr Nachtbusse geben würde, dann könnten sich meine Reisen in Deutschland auch steigern.